Sarah Wagenknecht und die Gasspeicher.

Sarah Wagenknecht macht gerade mal wieder Stimmung gegen die Ukraine.
Unsere Gasspeicher seien fast leer und dennoch würden wir Gas in die Ukraine liefern. Das würde unsere Versorgungssicherheit bedrohen.
Hier mal ein Faktencheck:
„Fast leer“ ist rhetorisch – nicht technisch
Die Speicher sind im Spätwinter naturgemäß deutlich niedriger als im Herbst.
Das heißt NICHT automatisch „Versorgungsnotstand“.
Entscheidend ist:
• Wie hoch ist der aktuelle Verbrauch?
• Wie viel kommt täglich über Importe rein?
• Reichen diese Zuflüsse für die laufende Nachfrage?
Die Bundesnetzagentur bewertet die Versorgungslage derzeit als stabil. Das ist die zuständige Behörde – nicht eine Parteiposition.
Deutschland „liefert“ nicht einfach eigene Reserven
Wichtig ist die Unterscheidung:
• Deutschland exportiert Gas im Rahmen des europäischen Binnenmarktes.
• Gasflüsse sind marktbasiert und vertraglich geregelt.
• Es wird nicht politisch entschieden: „Wir nehmen es aus unserem Speicher und schicken es weg.“
Europa ist ein integriertes Netz. Wenn Gas nach Polen, Tschechien oder in die Ukraine fließt, heißt das nicht automatisch, dass deutsche Haushalte etwas „verlieren“.
Die Mengen sind im Verhältnis klein
Die an die Ukraine gelieferten Mengen sind im Vergleich zum gesamten deutschen Gasverbrauch überschaubar.
Deutschland verbraucht pro Jahr ein Vielfaches dessen, was als Transit- oder Handelsmenge Richtung Osten fließt.
Das Bild „unsere Speicher sind leer, aber wir geben alles weg“ ist daher stark vereinfacht.
Strategischer Aspekt
Die Unterstützung der Ukraine ist politisch gewollt.
Man kann das kritisieren – ich halte das in der europäischen Gesamtbetrachtung aber für solidarisch, sinnvoll und richtig.
Fazit:
• Ja, die Speicher sind niedriger als in vorherigen Jahren.
• Nein, es gibt aktuell keine akute Versorgungskrise.
• Exporte sind Teil eines europäischen Marktsystems.
• Haushalte würden im Notfall priorisiert.